Wie alles begann...

Dr. Walter Limberg und seine Frau inmitten der Schülerschaft der Schule in Dokharpa
Eine Dorfversammlung mit Abstimmung über die weitere Zusammenarbeit

Das Nepalprojekt blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Seinen Ursprung hat das Nepalprojekt im Jahre 1988, als der Lehrer Dr. Walter Limberg von einer Reise aus Nepal (genauer gesagt aus dem entlegenen Bergdorf Bhandar, südlich des Mount Everest) zurückkehrte und seinen Schülern von der dortigen Situation berichtete. Nepal zählt bis heute zu den ärmsten Ländern der Welt. 90% der Menschen leben heute von der Landwirtschaft und in vielen Bergregionen sind 80% bis 90 % Analphabeten, denn es gibt in vielen Tälern und Dörfern immer noch keine Schulen. Zudem spielt das Kastensystem in den Bergregionen eine sehr große Rolle, vor allem die Kinder aus den unteren Kasten können sich den Schulbesuch nicht leisten. Spontan entschlossen sich die Schüler der HeLa, durch einen monatlichen Betrag von 1,25 Euro (damals noch 2,50 DM) eine Schulpatenschaft einzugehen und einem Kind den Schulbesuch zu ermöglichen.

Welche Folgen Herr Limbergs Berichterstattung mit sich brachte, ahnte zur damaligen Zeit niemand. Nach der Aussage der ehemaligen Schulleiterin, Enja Riegel, soll das Projekt unter anderem dazu dienen, den Schülern eine Identifikationsmöglichkeit zu einem Projekt zu geben, bei dem man sich engagieren kann. „Gerade im Alter von 14, 15 Jahren ist die Schule nicht der einzige Ort, an dem Schüler etwas fürs Leben lernen. Sie sollen auch außerhalb das Gefühl bekommen, dass sie etwas können. Im Leben zu bestehen, heißt nicht nur, gut in Mathematik und Englisch zu sein“, umschreibt Enja Riegel ihre Sicht der Dinge (Riegel, 1998 in Frankfurter Rundschau, 11.12.1998).

Die Helene-Lange-Schule hat sich über die Jahre hinweg als idealen Multiplikator heraus gestellt: nicht nur die Schüler sind in die Projektarbeit involviert, sondern auch die Eltern unterstützen das Projekt und verbreiten es, so dass es weite Kreise zieht.

Aus den Patenschaften zu einer Schule in Nepal entwickelte sich ein großes Schulprojekt. Heute umfasst das Projektgebiet viele entlegene Dörfer und Weiler. Vierzig Schulen werden mit unterschiedlichen Geldbeträgen unterstützt, davon wurden dreißig Schulgebäude neu gebaut. Die Kinder der ärmsten Familien bekommen einmal im Jahr Schulkleidung und Schulgeld für die weiterführenden Schulen. Ein großer Teil der Lehrergehälter wird finanziert und freiwillige Alphabetisierungskurse für Erwachsene werden angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung durch fünf Gesundheitsstationen.