Neugeborenen-Set

5,00 EUR kostet in Nepal dieses Neugeborenen-Set einschließlich Decke. Zu teuer für die meisten werdenden Mütter in den ländlichen Regionen. Sie wickeln das neugeborene Baby in ein altes, häufig verschmutztes Handtuch. Dieses Neugeborenen-Set soll in den sechs von uns unterstützten Gesundheitsstationen jeder Mutter bei der Geburt eines Kindes überreicht werden. Das soll zugleich Anreiz sein, die Angebote der Gesundheitsstationen zur pränatalen und postnatalen Betreuung wahrzunehmen, um so auch die sehr hohe Sterblichkeit von Kindern und Müttern zu reduzieren.
Die Idee der Neugeborenen-Sets

Die Idee der Neugeborenen-Sets entstand auf einer Reise von Dr. Walter Limberg und seiner Frau Edith Hellmeyer im Jahr 2005:
Als wir nachmittags in Those ankamen, war es recht kalt, da das Tal schon im Schatten lag. Als erstes besuchten wir die Gesundheitsstation. Die Station in Those wird von den Bewohnern häufig frequentiert, auch aus weit entfernt liegenden Bergdörfern kommen die Leute, um sich behandeln zu lassen, da sie sich darauf verlassen können, dass der Gesundheitsassistent Prem Lal Pradhan anwesend ist und in Notfällen auch nachts geholt werden kann. Er hat einen sehr guten Ruf, viel Erfahrung und arbeitet fleißig seit vielen Jahren dort, was in anderen Gemeinden selten der Fall ist. Seit letztem Jahr bekommt er einen Zuschlag zu seinem Gehalt von unserem Projekt. Wir bezahlen außerdem das Gehalt für eine Krankenschwester, eine Hebamme und subventionieren wie in Bhandar alle Medikamente.
Die Gesundheitsstation ist sehr einfach, macht aber einen sauberen und gepflegten Eindruck. Sie ist recht groß, hat ein Wartezimmer, einen Untersuchungsraum, ein Büro, einen großen Raum für Schulungen und Krankenzimmer. Herr Pradhan führte uns in einen Raum, in dem 5 Minuten zuvor eine Frau entbunden hatte. Ich durfte kurz hineinschauen und sah, dass eine Schwester die Mutter versorgte, und die Hebamme gerade dabei war, das Baby zu messen und zu wiegen.
Natürlich war das Baby nackt und mit Entsetzen bemerkte ich, dass der Babytisch direkt vor dem weit offenen Fenster stand. Auf meine Frage hin, warum sie nicht die Fenster schließe, meinte die Hebamme, dann könne sie leider nichts sehen. Da erst sah ich, dass keine Fensterscheiben vorhanden waren, sondern nur Holzklappen. Ich war fassungslos und mir tat dieses Baby Leid, das in ein schmutziges Handtuch gewickelt wurde, das einzige, was die Mutter mitgebracht hatte. Keine Babywäsche, nichts und dann in der Kälte! Wir froren in unseren Fleecejacken, hatten darunter Wollpullover und trugen Mützen.
Mir ging dieser Vorgang nicht mehr aus dem Kopf und ich bin mit unserem Projektleiter Gyaljen Sherpa am nächsten Morgen wieder hingegangen, um Babysachen im Ort zu kaufen und der Mutter zu bringen. Diese war leider eine halbe Stunde zuvor aufgebrochen, um in ihr Heimatdorf zurückzukehren, wo sie sich und ihr Kind am offenen Herdfeuer warm halten konnte. Wir haben dann sofort darauf gedrungen, dass die Fenster verglast werden, dass Elektrizität in allen Räume installiert wird (Those ist an das nationale Stromnetz angeschlossen), dass für ausreichende Beleuchtungen gesorgt und Heizlüfter aufgestellt werden, und ein Heizstrahler über dem Wickeltisch fest installiert wird. Es sollen warme Zudecken, Laken und Handtücher besorgt und die Räume weiß gestrichen werden, da der Zementputz düster und deprimierend wirkt.



