Das Leben in Bhandar
Das Leben in Bhandar
Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das kleine Land liegt an den steilen Hängen des Himalaja, des höchsten Gebirges der Welt. Das Projektgebiet Bhandar liegt im entlegenen Bergland im Osten Nepals und ist nicht über Straßen, sondern nur in mehreren Tagen Fußmarsch über unwegsame Bergpfade zu erreichen. Alle noch so schweren und sperrigen Lasten werden auf den Rücken der Menschen an ihre Bestimmungsorte getragen. Auch Kinder müssen als Träger helfen.
Die Menschen leben von der Landwirtschaft und vom Handwerk. Durch das zu rasche Bevölkerungswachstum reichen die Erträge der Felder nicht mehr zum Ernähren der Menschen, und die Handwerker haben auf Grund der Armut zu wenige Aufträge. Viele junge Männer verlassen das Bergland und suchen Arbeit im Ausland. Noch über 80% der erwachsenen Menschen sind Analphabeten, weil es in vielen Regionen Nepals noch nie eine Schule gegeben hat.

- Domas Haus

- Doma beim Wasserschleppen

- Feuerholz muß gehackt werden

- Kinder bei der Feldarbeit

- Oft sind Geschwisterkinder mit in der Schule

- Alle sitzen um das Feuer
Um einen kleinen Einblick in das Leben in Bhandar zu bekommen, stellt Doma Sherpa (10 Jahre alt) ihren Alltag vor:
Wir sind sechs Geschwister und stehen alle im Morgengrauen, so zwischen 5 und 6 Uhr, auf. Ich mache eine kurze Katzenwäsche, denn das Wasser ist sehr knapp, wir müssen es aus einem 2km entfernten Bach holen. Seife gibt es nicht, denn die würde Geld kosten. Ohne Frühstück machen wir uns alle an die Arbeit. Zunächst holen wir Futter für das Vieh, oft gehen wir viele Kilometer, bergauf und bergab, wir müssen auf Bäume klettern, um grünes Laub abzuschneiden. Erst wenn wir nach vielen Stunden nach Hause kommen, gibt es etwas Mais- und Gerstenbrei. Danach helfen wir bei der Haus- und Feldarbeit. Was wir auf unseren kleinen Feldern ernten, reicht nicht zum Leben für unsere große Familie. Deshalb arbeiten mein großer Bruder und mein Vetter als Holzfäller in Westnepal. Mein Onkel sucht Arbeit in Indien.
Wir stehen um 5.00 Uhr morgens auf. Wir machen eine kleine Katzenwäsche, denn das Wasser ist knapp, wir müssen es aus einem 2 km entfernten Bach holen. Seife gibt es nicht, die kostet Geld.
Frühstück gibt es erst, wenn wir die wichtigsten Arbeiten verrichtet haben. Wir müssen Wasser holen und Holz hacken. Wir suchen Futter für das Vieh und wir gehen oft viele Kilometer bergauf und bergab. Wir müssen auf Bäume klettern, um grünes Laub abzuschneiden. Wenn wir nach Hause kommen, haben wir riesigen Hunger. Es gibt immer Mais- oder Gerstenbrei.
Nach dem Frühstück gehe ich in die Schule. Nicht alle Kinder können die Schule besuchen. Viele müssen wieder im Haus oder auf den Feldern arbeiten. Die jüngeren Kinder hüten das Vieh und passen auf, dass es nicht von den Feldern frisst, an den steilen Hängen abstürzt oder einfach abhaut. Die älteren Kinder vieler Familien müssen für andere Leute arbeiten. Wir haben keine Maschinen, wir sind zu arm, auch sind die Berghänge zu steil. Wir machen alles mit den Händen, umgraben, ernten und Feuerholz sammeln und vieles mehr. Mit den Wasserbüffeln das Feld umzupflügen, ist sehr schwer.

