31.10.09 15:08 Alter: 309 days

Kooperation für Kinder ohne Bildungszugang

Kategorie: Childaid Network, Nepalprojekt, Medienbericht

VON: DOROTHEA SCHANEN

Die Frankfurter Rundschau berichtet über die neue Kooperation der Stiftung Childaid Network und des Nepalprojekts der Helene Lange Schule, um Kindern in den Himalayas Zugang zu Bildung zu verschaffen.


Schönes Land, aber immer noch sehr Arm: der Himalaya-Staat Nepal. (Bild: rtr)

 

Sie haben ein gemeinsames Ziel: bedürftige Kinder in den Bergregionen des Himalaya zu unterstützen. Nun wollen die Ini-tiative "Kinder von Bhandar" der Helene-Lange-Schule und das Königsteiner Hilfswerk "Childaid Network" zusammenarbeiten. "Wir sind in ähnlichen Regionen mit ähnlichen Bedingungen engagiert," erläutert Walter Limberg, Vorsitzender des Vereins "Kinder von Bhandar". "Daher möchten wir Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Zudem hat uns "Childaid network" finanzielle Unterstützung für das Nepalprojekt zugesagt."

Schule hilft seit 20 Jahren

Seit 20 Jahren unterstützen Schüler, Lehrer und Eltern der Helene-Lange-Schule mit Spenden die entlegene Bergregion Bhandar im Osten Nepals. Walter Limberg, Geografie- und Englischlehrer, hatte das Projekt nach einem längeren Aufenthalt in Nepal ins Leben gerufen. "Wir möchten die Armut in dieser Region durch die Förderung von Bildung und Gesundheit bekämpfen", sagt der heute 72-Jährige.

Als Limberg in die Region kam, gab es nur vereinzelt Schulen. Medizinische Versorgung fehlte völlig. Die Analphabetenrate betrug 90 Prozent. Die Kinder mussten im Haus oder auf den Feldern mitarbeiten. Seither habe das Bildungsbewusstsein der Eltern sehr zugenommen. "Auch die ärmeren Familien schicken heute ihre Kinder in die Schule. Und das meistens länger als zwei Jahre," so Limberg.

Unterstützt werden mittlerweile sechs größere Gemeinden in der Region, die alle nur auf Fußwegen zu erreichen sind. Die Organisation hat bislang mit Spenden 30 Grundschulen errichtet und kommt für die Gehälter von mehr als 100 Lehrern auf. "An mehreren Schulen ist ein Kindergarten angeschlossen", erläutert Limberg. "Denn viele Kinder mussten auf ihre Geschwister aufpassen und konnten daher nicht den Unterricht besuchen." Der Verein finanziert zudem ein Waisenheim und zwei Gesundheitszentren. Ob das Hilfswerk weiter in dem Ausmaß tätig sein kann, ist noch ungewiss. Da in diesem Jahr Spenden aus der Wirtschaft ausgeblieben sind, musste der Verein seine Ausgaben vor allem über Rücklagen finanzieren. "Für das Jahr 2009 beträgt unser Budget 200 000 Euro", sagt Limberg. "Darin sind 120 000 Euro Rücklagen enthalten, die nun aufgebraucht sind." Wenn die Spenden weiter auf niedrigem Niveau blieben, befürchtet Limberg, müsste der Verein Lehrkräfte entlassen. Finanziell besser geht es dem Königsteiner Kinderhilfswerk Childaid Network. "Für das Jahr 2009 verfügen wir über mehr als 500 000 Euro," sagt Martin Kasper, der Gründer von Childaid Network. "Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir damit die Summe mehr als verdoppeln." Der promovierte Wirtschaftsingenieur hatte Childaid Network mit eigenem Vermögen vor drei Jahren ins Leben gerufen. Inzwischen hat das Hilfswerk beinahe 100 ehrenamtliche Mitarbeiter und fördert etwa 150 Schulen in sieben Bundesstaaten im Nordosten Indiens.

"Wir möchten jedem Kind eine Chance geben, eine vernünftige Grundbildung zu bekommen," so Kasper. "Derzeit erreichen wir fast 10 000 Kinder mit unserer Hilfe." Dabei seien die Bedingungen in den Bergregionen Indiens mit denen Nepals vergleichbar. Die Menschen lebten überwiegend von der Landwirtschaft, es gebe weder Strom noch fließend Wasser. In den Dörfern, die an der Straße liegen, seien fast alle Bewohner Analphabeten.

Zur Zusammenarbeit mit "Kinder von Bhandar" sagt Kaspar: "Wir haben vergleichbare Projekte und können daher von unseren wechselseitigen Erfahrungen profitieren. Gleichzeitig soll unsere finanzielle Unterstützung der "Kinder von Bhandar" dazu beitragen, dass das Nepalprojekt eine Zukunftsperspektive hat."