17.09.09 10:24 Alter: 2 yrs

Gemeinsam für Kinder in Not

Kategorie: Childaid Network, Medienbericht, Nepalprojekt

VON: ELENA SCHEMUTH

Die Königsteiner Woche veröffentlicht in ihrer 38. Ausgabe einen langen Artikel über die Kooperation von Childaid Network und dem Nepalprojekt der Helene Lange Schule.

Gemeinsam für Kinder-in-Not                                

Das Königsteiner Kinderhilfswerk Childaid Network und der Verein Kinder von Bhandar e.V., das Nepalprojekt der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, verkünden umfassende Zusammenarbeit

Kinder von Bhandar e.V., das Nepalprojekt der Helene-Lange-Schule, und Childaid Network aus Königstein  – das sind zwei bekannte Kinderhilfswerke im Vordertaunus, die sich der Förderung der Bildung von bedürftigen Kindern und Jugendlichen in den Bergregionen des Himalaja verschrieben haben. Vor über 20 Jahren hat Dr. Walter Limberg mit einem Team der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden begonnen, um bedürftigen Kindern in Nepal strukturelle Hilfe zukommen zu lassen. Dr. Martin Kasper mit Childaid Network ist nun seit drei Jahren unterwegs, um in einer benachbarten Region, den Fußhügeln des Himalaja in Nordostindien, Vergleichbares zu leisten. Heute sind beide Organisationen etwa gleich groß. Auf ihren gemeinsamen Visionen und ähnlichen Aktivitäten aufbauend wollen die beiden Hilfswerke nun  verbunden eine stärkere Plattform schaffen und enger zum Wohle der bedürftigen Kinder zusammen wirken.

Vergleichbare Wurzeln

Ende der 80er-Jahre kehrte der Geografie- und Englischlehrer der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, Dr. Walter Limberg, nach längeren Aufenthalten in Nepal für Forschungsarbeiten und für das Erstellen von Landkarten nach Deutschland zurück. Weil er  ein völlig verarmtes Nepal vorgefunden hatte, ein Land, in dem es in den Bergregionen nur vereinzelt Schulen gab und keine ärztliche Versorgung, war er beseelt davon, den Kindern dort zu helfen. Schon bald motivierte er Gleichgesinnte an der Schule und baute mit einem wachsenden Team seit 1988 ein beachtliches Entwicklungsprogramm für die Region Bhandar in Nepal auf. Heute finanziert Kinder von Bhandar in über 100 Lehrer und ein Waisenheim sowie zwei Gesundheitszentren in dieser nur zu Fuß zu erreichenden Gegend.

Dr. Martin Kasper hatte bei seinen Reisen in entlegene Gegenden vielfach ähnliche Situationen vorgefunden, doch besonders die Beobachtungen in den Bergregionen Nordostindiens haben ihn motiviert, für die gefährdeten Kinder tätig zu werden. Dort stirbt immer noch fast jedes zweite Kind, bevor es das fünfte Lebensjahr erreicht. Fast alle Erwachsenen sind  Analphabeten, und auch die nachwachsende Generation hat keinen Zugang zu Grundschulbildung. Die Kinder arbeiten auf den Feldern. Viele müssen sich als Haushaltssklaven in den Städten verdingen. Zahlreiche Mädchen werden in die Prostitution und Jungen in die Kohlebergwerke geschickt, um das Familieneinkommen zu erhöhen. Mit vielen Freunden und Gleichgesinnten hat Dr. Kasper deswegen in den letzten drei Jahren das Hilfswerk Childaid Network in Königstein aufgebaut, um solchen armen Kindern Zukunftschancen zu schaffen. Inzwischen fördert Childaid Network etwa 150 Schulen in den Dörfern und 7 Waisenheime in den Städten Nordostindiens.

Wirkungsvolle Ergänzung

Als Walter Limberg und Martin Kasper sich näher kennen lernten, wurde schnell deutlich, wie viel sie verbindet: Beide haben sich auf Grund persönlicher Begegnungen von der großen Not der Kinder in den Fußhügeln des Himalaja anrühren lassen. Bei beiden entstand daraus die Idee, konkret zu helfen. Und beide wollten es nicht bei einer caritativen Unterstützung belassen, sondern den bedürftigen Kindern möglichst strukturelle, nachhaltige Hilfe für ein besseres dauerhaftes Überleben bieten. Mit viel Engagement, eigenem Geld und eigener Lebenskraft haben sie die Grundlage für beachtliche Hilfsorganisationen gelegt und viele andere zum Mitmachen angestiftet.

In vielen anderen Punkten ergänzen sie sich wirkungsvoll. Dr. Limberg bringt mehrere Jahrzehnte Erfahrung aus der Pädagogik mit und seine Organisation ist verwurzelt in vielen Schulen der Gegend. Dr. Kasper hat mehr als 20 Jahre erfolgreich in führenden Managementpositionen gewirkt und dort manches über erfolgreiche Prozesse und Organisationen erlernen können. Schon bald ergaben sich so befruchtende Kommunikation und gegenseitig hilfreicher Austausch zwischen den beiden Hilfswerken.

Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder

Daraus der Wunsch zu einer vertieften Zusammenarbeit. Viele Hilfsmittel werden nur einmal gebraucht. Der Austausch kann Fehler verringern, Aufwand reduzieren und die Wirksamkeit der Projekte erhöhen.

Die Gremien beider Organisationen haben nun beschlossen, in Zukunft eng miteinander zu kooperieren. Bei der Vertiefung und Ausweitung der Arbeit in den Schulen hilft vor allem die Erfahrung des Helene-Lange-Schulteams. Kinder von Bhandar möchte den schönen Webauftritt von Childaid Network www.childaid.net nutzen. Childaid Network hat zugesagt, die Schulprojekte in Nepal zu fördern und somit den Fortbestand von Projektschulen zu ermöglichen und weitet somit sein Einsatzgebiet in ein zweites Land aus. Die bestehenden Netzwerke sollen zum gegenseitigen Nutzen ausgeweitet werden. Wo es Sinn macht werden die Organisationen gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten und Aktionen veranstalten.   So können beide Teams noch wirkungsvoller für die Verbesserung der Chancen bedürftiger Kindern arbeiten.

Gemeinsame Vision

Dabei werden sie ihren Visionen treu bleiben: Kindern durch die Beförderung von Bildung eine solide Basis für ein besseres Leben zu schaffen. Es gibt ein Menschenrecht auf eine gute Grundschulausbildung. Alle Regierungschefs der Welt haben dies im Jahr 2000 erneut bekräftigt und im Rahmen der Millennium-Ziele jedem Mädchen und jedem Jungen eine qualifizierte Schulbildung versprochen. Doch in Nordostindien und Nepal, wo der überwiegende Anteil der Erwachsenen immer noch Analphabeten sind, hat auch die nächste Generation zumeist keinen Zugang zu einer Schule, wenn er ihnen nicht von solchen Hilfsprojekten geschaffen wird.

Studien belegen, dass bessere Bildung das Familieneinkommen erhöht, die Geburtenraten senkt  und die Lebenserwartung steigert. Bildung von Kindern ist die beste Investition. Das haben sowohl die Mitarbeiter im Nepalprojekt als auch bei Childaid Network in ihren jeweiligen Regionen gesehen und deswegen Programme ins Leben gerufen, die ganzheitliche Bildung in die Dörfer bringt. Lehrer aus demselben Kulturkreis wie die Schüler unterrichten die jungen Leute. Und neben Lesen, Schreiben und Rechnen vermitteln sie den Schülern auch Wissen zu Hygiene, medizinischer Vorsorge und verbesserten landwirtschaftlichen Methoden.  Beide Organisationen unterstützen zudem die berufliche Ausbildung der jungen Leute als Einstieg in das Erwerbsleben.

Hilfe, die ankommt

Wegen des großen Einsatzes der Teams sind Verwaltungskosten bei beiden Organisationen gering.  So können die Spenden direkt an die Projekte weiter geleitet werden. Jeder Euro Unterstützung bewirkt viel. Für 100 €/ Monat lässt sich eine ganze Dorfschule mit Lehrmaterial, Schuluniformen und Lehrmaterial finanzieren. Ein Euro pro Tag reicht aus, um ein Waisenkind ganzheitlich zu fördern. Die Organisationen achten darauf, dass ihre Gelder wirkungsvoll eingesetzt werden und die Projekte messbare Fortschritte zeigen.

 

Mehr Informationen

www.childaid.net                                                       www.nepalprojekt.de